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CO2-Flottengrenzwerte für Autohersteller

CO2-Flottengrenzwerte für Autohersteller

Verbrenner läuft länger: EU will keine CO2-Strafen

Drohende Strafzahlungen der Autohersteller sollen vermieden und auch die Überprüfung der Flottengrenzwerte auf 2025 vorgezogen werden. Die Autohersteller können die Elektroauto-Quoten damit lockerer nehmen und bei entsprechender Nachfrage mehr Verbrenner verkaufen. Der Umstieg auf reine Elektroantriebe wird weitergehen, es könnte aber zu längeren Übergangsphasen und mehr Verantwortung für die einzelnen Länder kommen.
Die Europäische Kommission will drohende Strafzahlungen der Autohersteller für das Verfehlen der CO₂-Flottengrenzwerte im Jahr 2025 vermeiden. Entsprechende Vorschläge sind in Ausarbeitung, bestätigte der für die Industriepolitik zuständige EU-Kommissionsvizepräsident Stéphane Séjourné gegenüber den Zeitungen F.A.Z., Financial Times und Le Monde. Auch die im Gesetz verankerte, ursprünglich für 2026 vorgesehene Überprüfung der Flottengrenzwerte soll auf 2025 vorgezogen werden, damit entsprechende Ergebnisse nicht erst 2027, sondern schon 2026 vorliegen.
 
Konkret heißt das für 2025: Die Autohersteller können die zur Einhaltung der Ziele de facto notwendigen Elektroauto-Quoten von rund 25 Prozent lockerer nehmen und bei entsprechender Kundennachfrage auch mehr Benziner, Diesel oder Hybridantriebe mit Verbrennungsmotor verkaufen. Das wäre bei der bisherigen Regelung nicht möglich gewesen. Eine Aufweichung der strengen CO₂-Ziele für 2035 inklusive dem Verbrenner-Aus steht noch nicht zur Diskussion, wird nun aber schon im Jahr 2025 evaluiert und dann gegebenenfalls angepasst.  
 
Wie es weitergeht: Der Umstieg auf Elektroautos wird in ganz Europa weitergehen, alle großen Hersteller bauen ja auch Batteriewerke und stellen Produktionslinien um. Dass die Übergangsphase gestreckt wird und der Antriebswechsel im europäischen Fuhrpark langsamer als bisher geplant stattfindet, könnte aber schon sein. Insbesondere Plug-in-Hybride mit Verbrennungsmotoren würden dann länger laufen.
 
Der Vorteil: Die Planwirtschaft wird zurückgefahren. Lokal emissionsfreie Elektro-Fahrzeuge (preislich) attraktiv zu machen, obliegt wieder stärker den Staaten und ihrer Steuerpolitik – die österreichische NoVA ist ein Bespiel, wie man den E-Anteil an den Neuzulassungen schrittweise anhebt. Noch weiter geht die ökologische Besteuerung in Ländern wie Frankreich, Holland, Dänemark oder Norwegen – und führt zu Elektroauto-Quoten zwischen 20 Prozent (FRA) und knapp 90 Prozent (NOR).
Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erhöhen, will der für die Industriepolitik verantwortliche EU-Kommissionsvizepräsident Stéphane Séjourné.Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie erhöhen, will der für die Industriepolitik verantwortliche EU-Kommissionsvizepräsident Stéphane Séjourné.
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